BIM – die digitale Zukunft des Bauwesens

Das Bauwesen hängt in Sachen Digitalisierung zurück. Das zumindest zeigt die Studie ‚Digitalisierungsindex Mittelstand‘, welche die deutsche Telekom zum vierten Mal hat durchführen lassen (2019). Der Austausch von Daten erfolgt auch heute noch zum großen Teil analog, mit Zeichnungen auf Papier. Diese Art des Informationsaustausches ist äußerst anfällig für Fehler und Fehlinterpretationen, welche einen großen finanziellen Schaden nach sich ziehen können. Eine Lösung für dieses Problem ist BIM.

Was ist BIM?

Building Information Modeling, zu Deutsch Bauwerksdatenmodellierung, ist ein standardisierter, digitaler Prozess zur vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und Bauwerken. Hierzu werden alle relevanten Daten des Bauwerkes digital erfasst, modelliert, kombiniert und in einer offenen Datenbank für alle Beteiligten bereitgestellt. (Wikipedia)

Die Geschichte

Mit der Entwicklung von BIM wurde bereits in den 70er Jahren begonnen. Ein etablierter Begriff wurde es allerdings erst zum Anfang der 2000er. Geprägt und vorangetrieben wurde es maßgeblich durch die Firma Autodesk.  Zunächst wurde es genutzt um den Prozess der „dreidimensionalen, objektorientierten, AEC-spezifischen computerunterstützten Designs“ zu beschreiben.

Die Herausforderung

Die Vision von BIM ist es heute, ein einheitliches Modell eines neugeplanten Bauwerkes inkl. aller darin befindlichen Gewerke und Bauelemente, sprich Produkte, abzubilden. Dies setzt voraus, dass eben jene Produkte einheitlich dokumentiert und einer zentralen Stelle verfügbar gemacht werden. Da viele Anbieter in diesem Sektor Ihre Daten noch gar nicht oder nicht strukturiert erfasst haben, ist es noch ein weiter Weg bis zu diesem Ziel.

PIM als Grundlage

Um also die Umsetzung von BIM zu ermöglichen ist es notwendig Produkte anhand Ihrer Attribute klar und einheitlich zu benennen und zu klassifizieren. Nur so kann eine heterogene Datenlandschaft erzeugt werden. Als Grundlage hierfür hat sich in den letzten Jahren ein Produktinformationsmanagement (PIM)-System bewährt. In diesem werden alle benötigten Daten erfasst, konsolidiert, angereichert, klassifiziert, sowie für die Ausleitung und die Übertragung an zentrale Stellen bereitgestellt. Durch festgelegte Datenstandards, wie ETIMeCl@ss oder IFC wird die Möglichkeit gegeben eine stets aktuelle Datenbank zu schaffen, welche von allen beteiligten Lieferanten, Privatpersonen und Dienstleistern genutzt werden kann. 

Die Open Source Software Pimcore kann für Anbieter eine Möglichkeit sein, die Weichen zu BIM erfolgreich und zielgerichtet zu stellen. Denn neben den PIM-Funktionen kann Pimcore auch in den weiteren Prozessschritten, die BIM auszeichnen, punkten. So z.B. beim Bestellprozess - Auch dieser soll aus BIM heraus angestoßen werden können. Hier glänzt Pimcore mit seinem API-Driven Ansatz und dem eCommerce-Framework. Auch im Bereich "Predictive Maintenance" kann so direkt ein neues Produkt oder das passende Ersatzteil geordert werden.

Die Vorteile

  •  Verbesserte Datenqualität, durch die gemeinsame Datenbasis und ständige Synchronisation
  • Effizientere Workflows, da lange Kommunikationswege und sequenzielle Arbeitsschritte vereinfacht werden
  • Unmittelbare und kontinuierliche Verfügbarkeit aller aktuellen und relevanten Daten
  • Verbesserter Informationsaustausch zwischen Planungsbeteiligten
  • Ausschluss von Fehlerquellen, wie Fehlinterpretation und Missverständnisse
  • Kontinuierliche Datenaufbereitung während des gesamten Lebenszyklus eines Bauwerkes

Das BMVI treibt BIM voran

In der Politik ist der intelligente Datenaustauch bereits angekommen. Mit dem ‚Stufenplan Digitales Planen und Bauen‘ verpflichtet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ab 2020 alle neu zu planenden Projekten des infrastrukturbezogenen Hochbaus zur Nutzung der Technologie.

VDMA

Auch im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), hat man die Wichtigkeit und das Potenzial von BIM erkannt und beschäftigt sich in vielen höchst unterschiedlichen Foren mit diesem Thema. So zum Beispiel im Fachverband Automation und Management für Haus und Gebäude (AMG), im Fachverband Allgemeine Lufttechnik oder im Fachverband Armaturen.

Der VDMA ist seit 2005 ordentliches Mitglied im eCl@ss e.V. und hat im Zuge dessen die Arbeitsgemeinschaft „BIM und Gebäudeautomation" gegründet. Diese hat sich als Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit eCl@ss e.V., relevante Papiere zu erarbeiten und einzubringen.

Blick in die Zukunft

Selbstverständlich gibt es auch kritische Stimmen. Dieter Diener, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, sagte 2017 in einem Interview mit dem VDI Verlag: „Der heilige Gral der Bauwirtschaft ist Building Information Modeling (BIM) sicherlich nicht.“ … „Es gibt natürlich einen Digitalisierungsprozess, an dessen Ende für viele sicher auch BIM stehen wird. Ich sehe es aber eher als langsamen, evolutionären Prozess denn als Revolution.“

Trotzdem ist klar; Wer sich heute bereits mit Produktdatenmanagement und BIM befasst wird in Zukunft einen großen Vorteil am Markt genießen können. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt und investieren in die Entwicklung entsprechender Systeme.

Intera hat mithilfe des Classification Store von Pimcore bereits erfolgreich für einige Firmen, wie JÄGER DIREKT - Jäger Fischer GmbH & Co. KG oder Human Biochemica und Diagnostica GmbH, umfangreiche Klassifizierungen umsetzen können.

Sie haben Interesse? Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern.